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Einfach meine Gedanken.

Beyblade X macht Spaß

Beyblade X macht Spaß

Beyblade war für mich immer eine eher peinliche Anime über Kreisel. So flach und abgedreht, dass sie wie Yu-Gi-Oh! nichts mit dem realen Produkt zu tun hat. Und Kreisel? Langweilig, oder? Trotzdem habe ich mir ein Starterset bestellt und war positiv überrascht.

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Spontankauf ohne Plan

Eigentlich setze ich mir es zum Ziel nicht spontan Dinge zu kaufen. Interessiert mich ein Produkt, dann kommt es auf die Merkliste, ein Preis wird festgelegt und beim Erreichen des Preises das Produkt entweder gekauft oder von der Liste geworfen. Eigentlich. Und dann war da das Beyblade X Xtreme Battle Set von Hasbro im Angebot, als ich für den Adventskalender meiner Freundin mehr oder weniger sinnvolle Dinge gekauft habe.

Zwei Tage später war das Battle Set dann zu Hause und ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Direkt ausgepackt und rumgespielt. Meine Freundin war weniger begeistert, hat sich trotzdem zu ein paar Wettkämpfen breitschlagen lassen. Wir haben die Beys also mit den mitgelieferten Launchern in die Arena gestartet und gespannt beobachtet, wie sie umeinander tanzen und kollidieren, bis der erste sich nicht mehr dreht oder aus der Arena fliegt. So schnell die Begeisterung da war, so schnell war die Spannung aber auch wieder verflogen und die Arena samt Beyblades landeten im Schrank.

Ich will nicht nur digital

Ich bin Gamer und Nerd. Ich zocke gerne und mache alles mögliche rund um den Computer. Sei es mein System optimieren, Software (Vibe) coden oder an der Hardware rumbasteln. Aber das sind alles digitale Hobbies oder nur für mich. Deshalb bin ich seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem physischen Hobby, das zu mir passt. Als Nerd kamen mir da drei Dinge in den Kopf: Magic: The Gathering Sammelkarten und Wettkämpfe, Warhammer 40,000 Tabletop oder TTRPGs. TTRPGs waren mir dann doch zu nerdig. Warhammer 40,000 ist ein riesiges Invest an Zeit, Geld und Platz. Kein Hobby, dass man mal eben anfängt und ausprobiert. Figuren bemalen, Schlachtfelder gestalten, mehrstündige Kampagnen spielen. Zu viel für mich.

Magic The Gathering Einsteigerpaket 2022 / Amazon.de

Also Magic: The Gathering. Ein Starterset war schnell bestellt und die Sammellust geweckt. Über zwei Jahre kamen noch zwei weitere Sets aus Angeboten dazu. In der Zeit habe ich ein paar Spiele gegen meine Freundin gespielt. Aus Zeitmangel (und anderen Prioritäten) bin ich aber doch nie tiefer eingestiegen. Irgendwann wollte ich das nachholen und habe angefangen, mich tiefer mit Magic zu beschäftigen. Je mehr ich mich einlas, desto weniger verstand ich. Commander? Deck Building? Editionen? Booster Packs oder gezielt kaufen? Einfache Regeln, aber tausende Skills, Sprüche, Effekte und Interaktionen. Ich habe auch die digitale Variante Magic Arena ausprobiert, ohne zusätzliche Erkenntnisse.
Einfach zu einem Treff gehen und losspielen ist nicht. Man muss da Zeit reinstecken und Geld. Ich hatte vermutlich schon über 100 Euro reingesteckt und kein Deck, mit dem ich ernsthaft gegen andere spielen könnte.

Etwas frustriert war ich in dem Moment schon und habe mich auf Sofa geworfen. Mein Blick fiel von dort auf die Beyblade X Arena. Spielt man Beyblade eigentlich ernsthaft? Gibt es dafür Gruppen wie für Magic? Und wenn ja, sind da auch Erwachsene?

Überraschende Beyblade X Community

Sofort wurde die Suchmaschine angeworfen, um einen Überblick zu bekommen. Auch hier ist das Thema überraschend komplexer, als ich anfangs gedacht habe. Die Beyblades gibt es seit 1999 in Japan und seit 2002 über Hasbro im Westen. Ich bin mir nicht sicher, ob die physischen Beyblades Merch für den Anime waren, oder der Anime die Verkäufe der Beyblades steigern sollte.

Original-Beyblade-Anime / tvtropes.org

Das X hatte mich schon vermuten lassen: Es gibt mehrere Generationen von Beyblades, natürlich alle irgendwie weiterentwickelt und inkompatibel. Die orginale Generation war noch reines Spielzeug aus Plastik, wurde aber nach neun Jahren von der Metal Generation abgelöst. Schon nach vier Jahren war damit aber Schluss und nach einer Pause kam 2015 die Burst Generation auf den Markt. Wieder aus Metall, neu mit der Chance, dass die Beys bei Kollisionen auseinanderfallen. Seit 2023 ist die neuste Variante X auf dem Markt, jetzt mit Zahnrädern am Bey und in der Arena für rasante Action.

Beyblade als Marke ist also aktiver, als ich es angenommen hatte. Aber gibt es wirklich Wettbewerbe? Erstaunlicherweise ja. Dabei mischt sich das Ganze zwischen Community-Wettkämpfen und offiziellen Turnieren. Die offiziellen werden von den Herstellern veranstaltet und sind auf Landesebene angesiedelt. Gehört man hier zu den Gewinnern, dann kann man zu den internationalen Events gehen.
Auch die Community-Wettbewerbe sind bemerkenswert strukturiert. Es gibt eine offizielle Plattform mit Leaderboard, Veranstalter kann eigentlich jeder aktive Blader auf Bewerbung werden. Dann darf man gewertete Turniere austragen, sofern mindestens vier Teilnehmer dabei sind und ein zertifizierter Schiedsrichter anwesend ist. Für einen reinen Kreiselsport im kleinen Rahmen ist das erstaunlich organisiert und bürokratisch, die Aufsicht hat hier die Communityseite World of Beyblade. Und ja, es sind viele Erwachsene dabei unter den Beyblade Fans, vermutlich auch langjährige Spieler.

Die Beyblades

Die Beyblades, kurz Beys genannt, sind ebenso vielfältig. Man denkt im ersten Moment, dass es sich dabei um billiges Merchendise Spielzeug handelt, und das war die erste Generation vermutlich auch. Aber bei der aktuellen Linie ist das zu kurz gegriffen. Jeder Bey besteht aus mindestens drei Teilen. Ganz oben ist der Blade, also der schwere, massive Metallkörper. Drunter kommt die Ratchet, welche den Blade mit dem Bit verbindet. Das Bit ist die Auflagefläche, also die Spitze des Kreiseln.

Jeder Bey besteht aus diesen drei Teilen und wird immer vollständig geliefert. Die Teile sind aber nicht fest und zusammengehörig, sondern lassen sich beliebig kombinieren. Das ergibt auch Sinn, da es von jedem Teil verschiedene Variationen mit unterschiedlichen Eigenschaften gibt. Beispielsweise haben manche Blades ein höheres Gewicht oder zackigere Kanten, Ratchets können fester greifen oder höher sein und bei den Bits gibt es flache, runde oder anders geformte Spitzen.

Die drei Teile eines Beyblades / Beybase.com

Dadurch ist es möglich, seinen eigenen Bey zusammenzustellen und die Eigenschaften seines Beys aktiv zu bestimmen. Kantigeres Blade für den Angriff, mit flachem Ratchet um den gegnerischen Kreisel eher an der Unterseite zu treffen mit einem spitzeren Bit für schwungvollere Bewegungen. Abhängig von der Konfiguration werden die Beys dann in Attack, Defence, Stamina und Balance eingeteilt. Attack versucht den Gegner aktiv umzustoßen oder aus der Arena zu werfen, Defence den Gegner bis zum Stillstand zu bremsen, Stamina ignoriert den Gegner und dreht möglichst lange, Balance liegt irgendwo dazwischen.

Von der Verarbeitung her sind die Beyblades überraschend hochwertig. Die Blades bestehen aus gegossenem Metall, der Rest aus Kunststoff, ich vermute ABS. Die Launcher sind auch aus Kunststoff und in verschiedenen Varianten erhältlich. Wobei nur eine Eigenschaft wirklich unterschiedlich ist: Das Zugsystem. Bei einer Art schiebt man einen gezackten Plastikstab in den Launcher und zieht dann kräftig. Die andere Art ist ein Seilzug, welcher sich nach dem Start wieder in den Launcher einzieht.

Der Launcher hakt sich mit drei L-förmigen Haken in die Oberseite des Beys in Drehrichtung ein. Dadurch rutschen die Haken automatisch raus, wenn der Launcher sich langsamer dreht als das Beyblade und lässt dieses frei.

Der Spielablauf

Gespielt wird im Normalfall von zwei Spielern. Jeder wählt vorab drei Beys aus und deren Reihenfolge. Dann wird per Countdown und dem berühmten “Let it rip” der Startschuss gegeben. Beide Spieler ziehen an ihren Launchern und die Beyblades fliegen sich drehend in die Arena. Diese ist eine flache Mulde, geschützt von einer Haube aus transparentem Kunststoff. Auf einer Seite gibt es noch drei Zonen, die als Aus gelten. Und dann gibt es noch den Zahnradring, welcher an einer Seite zur Mitte zusammenläuft. Dieser ist neu in der X Generation. Wenn ein Bey diesen berührt, haken sich die Zahnräder am Bit in die Schiene ein. Der Bey wird dann entlang der Arena zur Mitte geschossen und trifft im besten Fall dort mit Wucht auf den gegnerischen Bey, den er damit angreift.

Hasbro Beyblade X Arena

Gespielt wird mit drei festgelegten Kreiseln bis ein Spieler vier Punkte hat. Verschiedene Arten des Siegs bringen unterschiedlich viele Punkte. Nur einen Punkt gibt es, wenn sich der eigene Bey länger dreht als der gegnerische. Mehr Punkte gibt es, wenn man den gegnerischen Bey aus der Arena befördert oder ihn gar in die Einzelteile zerlegt. Ja, die Beys können auseinanderfallen, abhängig von der Stärke des Ratchets. Das ist aber nicht gerade einfach, die Teile sind schon recht fest miteinander verbunden.

Dass es trotzdem geht und auch regelmäßig passiert, zeigt, wie viel Kraft in den Kreiseln eigentlich steckt. Wenn man mal einen Extreme Dash, das Beschleunigen über den Zahnradring, mit darauf folgender Kollision sieht, ist man erstaunt, wie heftig das Ganze abläuft. Die Finger möchte ich da nicht dazwischen haben. Sicher nicht gefährlich, aber auf jeden Fall schmerzhaft.

Wie weiter

Mir ist also klar geworden, dass die beiden Beyblades aus dem Starterset nicht ausreichend sind. Für einen Wettkampf braucht man mindestens drei Kreisel. Dazu kommt noch der Sammelfaktor und das Kombinieren verschiedener Teile. Das schöne ist, dass die Teile von jedem Beyblade mit denen anderer Beyblades ausgetauscht werden dürfen. Statt des mitgelieferten runden Bits lieber ein flacher? Wenn man einen flachen hat, dann darf man das tauschen. Aktuell gibt es in Europa 50 Beys, 22 Ratchets und 35 Bits. Damit sind theoretisch 38.500 verschiedene Kombinationen möglich. Wenn man alle Teile hätte…

Aber spannender sind sicher die Turniere. Ich habe bisher noch an keinem teilgenommen. Aber laut meinen Recherchen gibt es in meiner näheren Umgebung mindestens zwei regelmäßige Veranstaltungen. Da werde ich sicher bald teilnehmen und vorher noch schauen, was die beste Kombination aus meinen bisherigen fünf Beyblades ist.

Ich bin gespannt und werde dich hier auf dem Laufenden halten. Eventuell interessiert dich ein Einblick in Welt der Beyblade X Wettkämpfe ja auch.